Das SPORTERS HAMBURG Interview AUF DEN PUNKT!

mit Manfred Kaltz 1. Teil

Viel geredet hat er nicht und Antworten gab er lieber auf dem Platz. Der Schweiger wurde er deshalb von den Medien genannt: Manfred „Manni“ Kaltz. „Erfinder“ der weltberühmten Bananenflanke und erfolgreichster HSV-Profi aller Zeiten. 581 Bundesliga-Einsätze. 69 Länderspiele, Vize-Europameister, Vize-Weltmeister drei Mal deutscher Meister mit dem HSV.

Über die Gefühle des Flankengottes von damals und heute. Wie es sich als Legende des Deutschen Fußballs lebt und ob die alten Freundschaften geblieben sind, erzählt Manfred Kaltz im SPORTERS HAMBURG Interview.

Hallo Manni! Toll, dass du da bist und dir für uns die Zeit genommen hast. Wir kennen dich ja schon ganz gut, wissen auch, dass du super lustig bist, möchten aber gerne noch etwas mehr von dir erfahren.

LA: In den Medien wirkst du eher schweigsam, so dass viele denken, du hast nicht viel mitzuteilen. Wir möchten zeigen, dass Manni Kaltz trotz Schweigsamkeit kein Stiller ist. Hast du eine Erklärung dafür, dass du so wahrgenommen wirst? Gab es Situationen, wo du merktest, zuviel von dir zu erzählen?

MK: Schweigsam! Diese Bezeichnung wurde mir mal von einem Journalisten angehängt, nachdem ich nicht bereit war auf einige private Fragen zu antworten. So etwas haftet dir lebenslang an. Ich war immer der Meinung, dass sich Fragen zu meiner Person auf den Fußball beschränken sollten. Die Trennung zwischen Fußball und Privatleben war und ist mir sehr wichtig.

LA:Gab es in den 19 Jahren Profikarriere irgendwann einmal einen Punkt von „zu viel“ an Aufmerksamkeit, wo du dachtest: „Ich wünsche mir mehr Privatleben“?

MK: Manchmal schon, aber dann bin ich nach Hause gekommen und da konnte ich abschalten. Als junger Spieler musst du lernen mit den Medien umzugehen. Du erlebst Höhen und Tiefen. Sie schreiben positive aber auch negative Schlagzeilen über dich. Ich habe schnell gelernt mich von den Medien nicht beeinflussen zu lassen. Ich habe das einfach nicht an mich herangelassen.

LA: Du kannst auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken. Alles gewinnen, was es zu gewinnen gab, war 20 Jahre lang dein Motto. Was hast du aus dieser Zeit für dich und dein heutiges Leben mitgenommen? Was bedeutet Erfolg für dich? Wie gehst du mit Misserfolgen um? Was war dein eindrucksvollstes Erlebnis aus deiner Fußballkarriere?

MK: Meine aktive Fußballzeit war mir die beste Lehre. Ich habe gelernt, dass es immer weiter geht, egal wie! Und das Wichtigste und das war auch das Motto: „Spaß am Spiel.“
„Manchmal hat es auch keinen „Spaß“ gemacht zu gewinnen“. Denn bevor ich etwas gewonnen habe, bekam ich vorher gewaltig eins vor den „Latz“. Dennoch haben die Mannschaftskollegen und ich aus den negativen Erlebnissen die Motivation zum Gewinnen geholt. „Die Pokale konnte ich leider nicht behalten, die stehen jetzt beim HSV im Museum“ (sagt er und lächelt).
Also ganz ehrlich, man kann alles gewinnen und man kann alles verlieren, man darf nur nicht aufgeben. Das ist wie in der Unternehmenswelt, es gibt Misserfolge, aber die geben Anreiz auf etwas Neues. Misserfolge sind gleichzeitig immer eine Chance. So sehe ich das!
Mein eindrucksvollstes Erlebnis war der Pokal ´83 in Athen und zwei Wochen später die Meisterschaft in Hamburg. 10.000 Menschen! empfangen uns vor dem Hotel Grand Elysée. Das werde ich nie vergessen!

2. Teil des Interviews unter News "2. Teil des Interviews mit Manfred Kaltz"

Interview wurde geführt von Lemia Al-Barazanchi (LA) am 31. Oktober in Hamburg.

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2. Teil des Interviews mit Manfred Kaltz

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